Jahresbericht


Bericht über das Leben der
Evangelischen Kirchengemeinde A.B. Mediasch
- A.D. 2022 -


Gekürzte Fassung


Über diesem Jahr steht die Jahreslosung aus Johannes 6, 37. Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht  abweisen. Ein jeder von uns ist bei Gott willkommen, auch wenn man sich nicht gerade am richtigen Weg befindet. Wir dürfen gewiss sein, dass er über jeden großen Graben seine Hand ausstreckt und uns hinüberhilft. Im Kontext des Ukrainekriegs hieß es, dass wir für ukrainische Mitbürger, welche aus ihrem Land geflohen sind, die Türen öffnen für Andacht und Gebet, für Kinder, welche hier singen, für Mütter, welche mit ihren Kindern zum Spielplatz kommen. Auch konnten wir einige Spenden an die ukrainische Schule vermitteln.

Ein Mensch, der eine dringende Not hat, dem versuchen wir zu helfen. Wenn wir in der Schule unterrichten, so ist das auch Teil des Auftrages, den Gott uns gegeben hat und der Teil unseres Ordinationsversprechens ist: Gottes Wort verkündigen in dieser Welt. Wir sind in erster Linie als Pfarrer für unsere Gemeinde zuständig.

Aber gleich merken wir, wie sich die Grenzen verschieben. Da ist nämlich auch die HG Mediasch, da ist noch der Kirchenbezirk Mediasch mit den Menschen auf den Dörfern und Städten rings um Mediasch. Da ist auch der Schäßburger Kirchenbezirk, welcher im letzten Jahr mehrfach um Hilfe angefragt hat. Da ist auch das Jugendwerk, bei dem der eine oder andere mitmacht, auch die Frauenarbeit u.v.a. Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen. Dieser   Vers zeigt uns: wir als Kirche sollen eine gewisse Offenheit bewahren, so wie wir es von Jesus kennen: „ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall, die muss ich auch her führen und sie werden eine Herde und ein Hirte werden“ (Johannes 10,16).

Aus der vielfältigen Arbeit der Kirchengemeinde und des Pfarramtes sollen einige erwähnt werden, ohne in diesem Bericht alles zu umfassen.


Religionsunterricht
Pandemiebedingt hatten wir als evangelische Pfarrer weniger Religionsstunden als in den vergangenen Jahren. Statt 15 Stunden 2019 haben wir nur noch 9 Wochenstunden in der Hermann Oberth Schule, da die Schulklassen nicht mehr geteilt werden konnten je nach Präferenzen der Eltern. Trotz allem sind wir dankbar für diesen Auftrag, evangelischen Religionsunterricht anzubieten und durchzuführen, und somit die Beziehung der Kinder zur Kirche zu stärken, zu wecken und zu erhalten. Weitere Angebote für Kinder werden so besser wahrgenommen. Auch ist es uns somit möglich zwischen Schule und Kirche eine gute Zusammenarbeit aufrecht zu erhalten. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass wir 2022 wieder einen Schulabschlussgottesdienst im Juni, einen Schulanfangsgottesdienst und ein großes Martinsfest feiern konnten. Mit der Schulleitung arbeiten wir gut zusammen, so hat Frau Viviana Pîntea sich erfolgreich eingesetzt, dass im Schulhof alle Bäume kurz geschnitten wurden.

Kinderarbeit
Ein netter Flyer wird seit ein paar Jahren von Pfrn. Hildegard Servatius-Depner erstellt und informiert über die vielen Angebote und Termine für die Kinderarbeit. Gerne geben wir diesen weiter an alle jungen Familien. Ein etwas klein gewordenes Team rings um Cristina Arvay kümmert sich um den Kindergottesdienst: Angelika Brandsch, Laura Popovici, dazu noch Johann Lang, manchmal helfen auch Konfirmanden mit. Sie haben sich etliche Male getroffen um die sonntäglichen Kindergottesdienste vorzubereiten. Diese Treffen beinhalten die Planung und den Inhalt der Gottesdienste, so wie Ideenaustausch und das Nachdenken über Verbesserungen. Wir sind auch weiterhin bemüht neue Mitarbeiter für den Kindergottesdienst zu begeistern. Für so manche Kinder ist der Kindergottesdienst der Einstieg in die Kirchengemeinde.
Das Kindertreff findet 1mal im Monat statt, in der Verantwortung von Pfrn. Hildegard Servatius Depner. Eltern kommen mit den Kindern, das ist äußerst wichtig. Es gibt Kontakte zu den Eltern, welche dabei sind, auch Kinder, welche nicht deutsch können sind dabei. Jugendliche haben hier regelmäßig als Mitarbeiter gewirkt, gemeinsam wird vorbereitet, sehr schöne Stunden werden da gestaltet.
Jungschar
Im Jahr 2022 fanden die Treffen wieder regelmäßig statt. Von Jochen Büttner aus Arbegen wurde wieder ein Fechtkurs organisiert. Vom Kindertreff werden neue Kinder übernommen, andere werden als Konfirmanden „weitergegeben“. 6-7 Jugendliche machen mit als Helfer. Die Anzahl der Teilnehmer schwankt, es kamen 10-18 Kinder, zurzeit sind es 20-28, von denen ein Teil evangelisch sind.
Kinderbibeltage
Die langjährige Leiterin der Kinderbibeltage Pfrn. Bettina Kenst machte 2022 nicht mehr mit bei dieser großen Veranstaltung. Frau Pfarrerin Hildegard Servatius Depner schaffte es gut, ein Programm zusammen zu stellen mit Hilfe der Freiwilligen Leonie Driesch, Frau Roelie Derendorp, Pfr. Gerhard Servatius-Depner sowie zahlreiche Jugendliche. Kantorin Edith Toth machte hat  ein Musical einstudiert, zum Thema „Nehemia“.
Konfirmanden
10 Kinder bilden die Hauptkonfirmandengruppe, welche am 21.05.2023 konfirmieren werden. Zwei neue Gruppen Vorkonfirmanden haben im Herbst begonnen, eine deutschsprachige Gruppe von 5 Kindern betreut Pfrn. Hildegard Servatius-Depner, eine rumänischsprachige Gruppe von 3 Kindern betreut Pfr. Arvay.


Jugendarbeit

Die Jugendlichen machen sehr gerne mit bei Kirchenführungen. Pfrn. Hildegard Servatius-Depner lud im Roth-Lyzeum ein und es meldeten sich begabte Kinder, welche während  10 Lektionen vorbereitet wurden und dann zuverlässig und kompetent ihren Dienst versahen. Es waren fast 30 Jugendliche, die Mitte September mit einem Zeugnis verabschiedet wurden. Eine große Hilfe war, dass diese Arbeit mit den Jugendlichen durch Frau Kirchenführerin Christa Moldovan beaufsichtigt wurde. Für die Jugendlichen ist es eine Ehre und auch Freude, bei uns zu arbeiten. Sie machten auch gerne mit als Mitarbeiter bei den Kinderbibeltagen. Einige Jugendliche kümmern sich seit Herbst 2021 um das Streamen unserer Gottesdienste auf Facebook. Seit Ende Oktober 2022 gibt es wieder eine Jugendgruppe, die sich regelmäßig trifft. Jugendliche gingen Ende August ins Summercamp und auch zum Jugendtag nach Bekokten (35 aus Mediasch!). Die Lust, beisammen zu bleiben, sich auch bei Gebet, einem Thema bei der Kirche zu treffen blieb erhalten, so dass diese Gruppe sich auch in der Weihnachtszeit gut beim Basar einbringen konnte und auch jetzt sich trifft.
Dies ist nun der Verdienst von Ineke Appeldorn, welche von Oktober 2022-Jan 2023 in Mediasch ihr Praktikum absolvierte und sich sehr kompetent in viele Bereiche der Gemeindearbeit einbrachte. Sie war 4 Monate in der Kirchengemeinde, nun ist sie zum Studium nach Deutschland zurück gekehrt.

Frauenarbeit
Nach zwei Jahren fand der Weltgebetstag wieder statt. Frau Pfrn. Bettina Kenst kümmerte sich um die Ausrichtung dieser schönen Veranstaltung. die Kinder und der Chor gestalteten den Gottesdienst mit, es wurde gebetet, über England, Wales und Nordirland informiert.
Regelmäßig treffen sich am Dienstag Nachmittag Frauen um zu reden, zu basteln, und gemeinsam Projekte durchzuführen. Pfrn. Hildegard Servatius Depner betreut diese Gruppe, vor allem seit es der langjährigen Mitarbeiterin Roelie Derendorp Ende des Jahres 2022 nicht mehr so gut ging. Schöne Dinge werden hergestellt, verkauft, verschenkt, dazu werden aus dem Erlös auch viele verschiedene Investitionen getätigt wie im letzten Jahr ein Ping Pong Tisch für die Jugendlichen und eine neue Spülmaschine für das Gemeindehaus, sodann wurden zwei Basare organisiert und der Erlös der Kirchengemeinde gespendet.

Rumänische Gemeinde
Diakonin Cristina Arvay wurde Anfang Oktober 2022 in Mediasch ordiniert, anschließend übernahm sie die Verantwortung für die rumänische Gemeindearbeit. Die Gottesdienste finden regelmäßig statt, es wurde zusammen Lebkuchen gebacken und seit Anfang 2023 gibt es Gemeindeabende. Wir erhoffen uns, dass sich da ein Kern für eine Gemeindegruppe entwickelt.

Senioren und Diakonie
Für das Jahr 2022 wurden die Treffen einmal im Monat geplant und auch durchgeführt. Der Kreis ist allerdings geschrumpft.
Es bestehen 5 Listen mit finanziellen Unterstützungen für bedürftige Gemeindeglieder. Es ist wieder gelungen allen Gemeindegliedern im Dezember eine Weihnachtsgabe zukommen zu lassen. Frau Pfarrer Hildegard Servatius Depner trifft sich in regelmäßigen Abständen mit dem Besuchsdienst, es werden Informationen ausgetauscht und Fälle besprochen. Der neue Freiwillige Johann Lang macht gerne Besuche. Jedes Jahr wird eine Liste von Gemeindegliedern erstellt, welche von den Pfarrern besucht werden. Die Diakonie ist als Verein organisiert, die Kirchenmutter Ursula Juga-Pintican leitet diesen Verein und auf diese Weise wird vielen unserer Mitgliedern geholfen – durch eine warme Mahlzeit von „Essen auf Rädern“, durch Anlegen von einem Verband zu Hause von den Samaritanerinnen, sei es dass wir Menschen unkompliziert ins Altenheim bringen können, wenn das angebracht ist. Die Diakonie hilft durch Pflegebetten, Gehhilfen, Beratung, Kontakten zu Ärzten usw., auch mit Essen bei Gemeindeveranstaltungen wie Weltgebetstag, Gemeindefeste u.a. Durch die Diakonie kommt jedes Jahr auch eine Spende für Pakete für die Gemeindeglieder.
Die Kirchengemeinde unterstützt darum sehr gerne die Arbeit der Diakonie auf vielfältige Weise durch eine jährliche Unterstützung, nicht zuletzt auch durch Übernachtungen im Gemeindehaus.

Ökumene
Es wurde leider keine Gebetswoche für die Einheit der Christen organisiert, wie in anderen Jahren. Die Frauen organisierten den Weltgebetstag Anfang März 2022. Erfreulich war die Wiederaufnahme der Tradition eines Adventskonzertes für die ganze Stadt mit der Teilnahme von ökumenischen Chören im Dezember 2022.

Musik
Unser Familienchor tritt in Sonn- und Feiertagsgottesdiensten auf, es wird mit vielen Instrumenten musiziert – Geige, Klavier, Querflöte, Trommeln u.v.a.m.
Wir haben in unserer Kirchengemeinde sowohl ein Familienchor als auch ein Kinderchor, unsere Kantorin singt jede Woche mit ukrainischen Kindern. Der Orgelsommer begann im Juni und endete Mitte September. Die Restaurierung der Tobsdorfer Orgel (die Einweihung ist am 14.10.2023 geplant!) geht voran. Ich erinnere gerne an die Taizé-Gottesdienste in Eibesdorf und Baassen, an das Martinsfest und an das Adventsingen im Schullerhaus. Das Weihnachtsmusical der  Kindern im Dezember bleib tin lebendiger Erinnerung wie auch das Singspiel der Konfirmanden.

Tourismus
Mit Frau Christa Moldovan hat unsere Kirchengemeinde eine große Hilfe. Sie ist in der Kirche oft viel mehr als 8 Stunden anzutreffen. Eine gute Chance sind zusätzliche Angebote wie Orgelkonzerte, was noch wenig von Gruppen genutzt wird.   Im letzten Jahr gab es um die 8000 Besucher.

Pfarramt und Presbyterium
Die Mitarbeiter des Pfarramtes arbeiten gut zusammen.  Juni 2022 ist der langjährige Mitarbeiter Dani Cozma verabschiedet worden, im Juli 2022 wurde Alexandru Cristea angestellt. Das Team der Arbeiter arbeitet gut miteinander. 2022 wurde das Dach der Kirche durch einen Sturm im April stark geschädigt. Die Gemeinde hat eine große Welle der Solidarität erlebt, vor allem die HG Mediasch setzte sich stark ein. Zusätzlich reparierten wir der Reihe nach fast alle Dächer im Kirchenkastells.
Der Leitungsrat (Kurator, Kirchenmutter und Kirchenvater) traf sich regelmäßig. Wir sind dankbar für den neuen Kurator, welcher viel Zeit und Energie einsetzt, sich mit vielen verschiedenen Fragen auseinanderzusetzen.  Der Bauausschuss traf sich auch einige Male und besuchte auch einige Mietwohnungen. Der Friedhofsausschuss traf sich seltener.

Zusammenarbeit
Aktiv war die Zusammenarbeit mit der HG Mediasch in den Bereichen Friedhofpflege, Mediascher Infoblatt  und Archiv. Eine große Hilfe der HG Mediasch war eine Finanzierung für das Säubern des Dachstuhles des Seilerturms.
Wir suchen immer wieder einen guten Kontakt zur Stadt. 2022 wurden gute Gespräche mit der Kulturdirektorin und mit dem Bürgermeister geführt betreffend Orgelsommer, in Folge haben wir eine schöne Finanzierung erreicht.
Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forum läuft auch gut, es gibt immer wieder Absprachen, Herbst 2023 soll wieder das Weinfest organisiert werden. Im Dezember hat wieder ein Adventsbasar stattgefunden.  Im Bereich der Partnerschaften stand man in der Pandemie lediglich durch Telefon und Mails in Verbindung. Im Herbst 2022 besuchte uns das Partnerdekanat Neumarkt i.d.OPf. mit Pfr. Konrad Schornbaum und Pfr. Martin Hermann.
Gearbeitet wird im Laufe des Jahres auch über die Grenzen unsrer Gemeinde hinaus – im Jugendwerk, in der Frauenarbeit, an der Theologischen Fakultät usw. Wir tun unsere Arbeit in der Verantwortung vor Gott, vor der Gemeinde, vor den Behörden, vor unserer Kirche. Kirche soll Menschen Heimat und Halt geben. Mit diesen Gedanken halten wir dankbar Rückblick über das vergangene Jahr 2022, schließen es ab und gehen weiter ins Jahr 2023.

Pfr Wolfgang Arvay (geschäftsführender Pfarrer)